Merit-Order Effekt

Bekannt geworden ist der Merit-Order Effekt durch seine Auswirkungen auf den Strompreis. Aber darüber hinaus ist er in unserem Alltag alltäglich.



Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Hier kommt der Merit Order Effekt zur Anwendung. Wenn man mehr von einem begrenzt verfügbaren Gut kaufen möchte, dann steigt der Preis. Wenn Sie Pferdehändler vor 100 Jahren wären, dann hätten Sie eine stark sinkende Nachfrage erlebt, alle stellen auf das Auto um, Pferde verlieren drastisch an Wert. Da sind einfach viel zu viele Pferdehändler, der billigste bestimmt den Verkaufspreis.

Es gab aber auch Situationen, wo ein Pferd sehr wertvoll gewesen war, das Schlachtfeld, wo König Richard III sein Pferd durch Feindbeschuss verlor. Da hätten Sie für ein einziges Pferd König werden können, zumindest für die wenigen Sekunden, bis die Feinde Sie eingeholt hätten.

  Photovoltaikausbau


Wo beginnt man? Am Süddach und auf landwirtschaftlich nicht nutzbaren Flächen. Wenn man damit weit fortgeschritten ist, dann kommt das Ost-West-Dach dran. Nur 85% vom Ertrag eines Süddachs, aber was soll man machen, wenn es keine Süddächer mehr gibt?

Was ist wenn alle alten Deponien mit Photovoltaik bewirtschaftet sind? Die Agrophotovotlaik. Die ist natürlich weit teurer, weil man nicht mit der einfachsten Aufständerung am Boden arbeiten kann, sondern in 5 m Höhe, damit jedes landwirtschaftliche Fahrzeug darunter durch fahren kann.

  Windenegieausbau


Die ertragreichsten Standorte werden als erste besetzt. Mit zunehmenden Ausbau muss man Standorte mit immer geringeren Ertrag erschließen. Bei einem sehr dichten Ausbau kommt noch eine Verringerung der Windgeschwindigkeit dazu. 5% weniger Windgeschwindigkeit sind 14% weniger Ertrag, weil die Energie mit der 3 Potenz der Geschwindigkeit steigt.

  Verbrauch ist nicht egal


Es ist heute nicht egal, ob ein Auto 4, 12 oder 20 Liter auf 100 km verbraucht. Das ist die Spanne von sehr sparsamen Kleinwagen bis 8-Zylinder US Straßenkreuzer vor einem 1/2 Jahrhundert. Es gibt ja die verrückte Idee, dass es mit erneuerbarer Energie egal sei, wie viel ein Auto benötigt. Nein! Das ist es durch den Merit-Order Effekt nicht!

Es ist nicht egal, ob ein Elektroauto 16 kWh, ein Wasserstoffauto 48 kWh oder ein E-Fuel Auto 80 kWh auf 100 km benötigt. Durch den Merit Order Effekt können aus 3-mal-mehr Strom für das Wasserstoffauto leicht 4-mal-mehr Kosten entstehen und aus 5-mal-mehr Strom für das E-Fuel Auto 7 bis 8 mal mehr Kosten.



  Kritik ÖAMTC CO2 Klimabilanz Autoleben


Im September 2019 veröffentlichte der ÖAMTC eine manipulative Studie über den Fußabdruck verschiedener Antriebssysteme für Autos. Hier die Kritik zur Studie:

Produktion mit Strom aus Sonne und Wind
In der ''Studie'' werden Autos immer nur mit fossiler Energie produziert. Doch Wunder über Wunder, Wasserstoff und E-Fuel kann man auch mit Strom aus Windkraftwerken erzeugen.


Stromspeicher, die 2. Karriere eines Elektroautoakkus
Was macht ein Fußballspieler, der 20% seiner Sprintleistung verloren hat? Er wird Trainer. Genauso ist es mit alten Akkus von Elektroautos: die werden Stromspeicher.


Wieso gibt es Überschussstrom?
Vom verzögerten Ausbau von Stromleitungen bis zu bewussten Design Entscheidungen. Um das Problem anschaulicher zu machen, breche ich es einmal auf Häuslbauerebene runter.


Verwerten von Überschußstrom
Als Argument für den Wasserstoff wird angeführt, dass es im ersten Quartal 2019 in Deutschland 3,23 TWh nicht verwerteten Windstrom gegeben hat.


Biogas - die Lösung für 1 Milliarde Menschen
Am Beginn der industriellen Revolution waren wir 1 Milliarde. Biogas wäre ausreichend effizient für die damalige Bevölkerung, aber für bald 8 Milliarden reicht es nicht.


Falsche Frage, falsche Daten, falsche Antwort
Die Frage war, welches Auto, nur mit fossiler Energie produziert, mit polnischen Strom-Mix bis unbegrenzte Windenergie betrieben wird, emittiert am wenigsten CO2?




Kontext Beschreibung:  Kritik ÖAMTC Auto Touring September 2019 CO2 Klimabilanz eines Autos Fußabdruck